Video-CD, SVCD und DVD: Formate verstehen, abspielen und sichern
Was VCD, SVCD und DVD-Video technisch unterscheidet, womit Sie alte Discs heute abspielen und wie Sie eigene Scheiben als Datei sichern.
Bevor Videos als Datei auf dem Smartphone landeten, waren Discs das Medium für digitale Filme zu Hause. Die Video-CD brachte ab den 1990er-Jahren Spielfilme und Karaoke auf normale CDs, die DVD löste Ende der 1990er-Jahre die Videokassette ab. Viele Familienvideos wurden später auf selbst gebrannte DVDs überspielt. Wer diese Scheiben heute in der Hand hält, steht oft vor der Frage: Wie spiele ich das noch ab, und wie bekomme ich es in eine moderne Datei?
Die drei Formate im Vergleich
| Merkmal | Video-CD (VCD) | Super Video CD (SVCD) | DVD-Video |
|---|---|---|---|
| Videocodec | MPEG-1 | MPEG-2 | MPEG-2 |
| Auflösung (PAL) | 352 × 288 | 480 × 576 | 720 × 576 |
| Datenträger | CD | CD | DVD |
| Laufzeit pro Disc | etwa 74 bis 80 Minuten | deutlich kürzer als VCD | etwa zwei Stunden auf einer einlagigen DVD in guter Qualität |
| Bildqualität | etwa auf VHS-Niveau | besser als VCD | Standardauflösung in voller Qualität |
| Menüs, mehrere Tonspuren | einfach | einfach | ja, auch Untertitel und Kapitel |
Die Video-CD wurde Anfang der 1990er-Jahre von mehreren Elektronikherstellern festgelegt. Sie nutzt MPEG-1, eines der ersten verbreiteten Verfahren zur Videokompression, mit einer festen Datenrate. Das Bild entspricht in etwa dem einer VHS-Kassette. Vor allem in Asien war die VCD lange sehr verbreitet.
Die Super Video CD setzte auf MPEG-2 und eine höhere Auflösung. Sie war ein Zwischenschritt zwischen VCD und DVD und wurde besonders von Hobbyanwendern genutzt, die Filme auf CD-Rohlinge brennen wollten.
Die DVD-Video speichert MPEG-2 in voller PAL-Auflösung auf einer Disc mit 4,7 GB (einlagig) oder etwa 8,5 GB (zweilagig). Dazu kommen Menüs, mehrere Tonspuren und Untertitel. Die Videodaten liegen im Ordner VIDEO_TS in Dateien mit der Endung VOB.
Alte Discs heute abspielen
Am einfachsten ist ein Computer mit optischem Laufwerk und dem kostenlosen VLC Media Player. VLC öffnet DVDs, Video-CDs und SVCDs direkt über das Menü Medien. Viele neue Laptops haben kein Laufwerk mehr, externe USB-Laufwerke sind aber günstig zu haben.
Am Fernseher spielen die meisten DVD- und Blu-ray-Player DVDs ab. Bei VCD und SVCD ist die Unterstützung uneinheitlich. Funktioniert die Disc nicht, bleibt der Weg über den Computer.
Fehlerhafte Discs zeigen sich durch Ruckeln, Standbilder oder Abbrüche. Eine vorsichtige Reinigung von innen nach außen hilft bei Fingerabdrücken. Bei gebrannten Rohlingen mit Alterungsschäden lassen sich lesbare Teile oft noch mit Geduld und einem anderen Laufwerk retten.
Eigene Discs als Datei sichern
Für das Umwandeln eigener, ungeschützter Discs gibt es zwei verbreitete Werkzeuge:
- HandBrake hat eine grafische Oberfläche, liest DVD-Ordner und erzeugt MP4- oder MKV-Dateien. Für Einsteiger ist es der einfachste Weg.
- ffmpeg arbeitet auf der Kommandozeile und eignet sich, wenn Sie mehrere Discs gleich behandeln möchten.
Eine Video-CD lässt sich mit ffmpeg direkt aus der DAT-Datei umwandeln:
ffmpeg -i /media/vcd/MPEGAV/AVSEQ01.DAT -c:v libx264 -crf 20 -c:a aac -b:a 160k vcd-film.mp4
Bei einer selbst gebrannten DVD hängen Sie die VOB-Dateien des Titels aneinander. Da DVD-Aufnahmen von Videokassetten oft im Zeilensprungverfahren vorliegen, entfernt yadif die typischen Kammlinien:
ffmpeg -i "concat:VTS_01_1.VOB|VTS_01_2.VOB|VTS_01_3.VOB" -vf yadif -c:v libx264 -crf 19 -c:a aac -b:a 192k dvd-titel.mp4
Wer die Qualität ohne erneute Kompression erhalten möchte, kann den MPEG-2-Datenstrom auch unverändert in einen MKV-Container übernehmen. Die Datei wird dann größer, aber nichts geht verloren. Mehr zu Containern und Codecs erklärt der Ratgeber Videoformate und Codecs.
Die rechtliche Grenze
Eigene Aufnahmen, etwa Familienfeste, die früher auf DVD gebrannt wurden, dürfen Sie für den privaten Gebrauch beliebig umwandeln. Anders sieht es bei gekauften Film-DVDs aus. Sie sind in der Regel mit einem Kopierschutz versehen. Das Urheberrechtsgesetz verbietet, wirksame technische Schutzmaßnahmen zu umgehen, das gilt auch für Privatkopien. Dieser Ratgeber beschreibt deshalb ausschließlich den Umgang mit ungeschützten Discs.
Geschichte: Video-CDs unter Linux
Um das Jahr 2000 war das Erstellen einer Video-CD am Computer noch Handarbeit. Gerade unter Linux gab es dafür kaum fertige Programme. Freie Projekte schlossen diese Lücke: Kleine Werkzeuge erzeugten aus MPEG-1-Dateien ein CD-Abbild im VCD-Format, später übernahm das GNU-Projekt VCDImager diese Aufgabe. Zum Kodieren dienten Programme aus dem Umfeld der MJPEG Tools.
Unter dieser Domain stand damals eine englischsprachige Anleitung zum Erstellen von Video-CDs unter Linux, die von Linux-Dokumentationsprojekten und Softwarearchiven verlinkt wurde. Diese Seite und ihre Downloads gibt es nicht mehr. Wer heute eine VCD oder DVD erstellen oder auslesen will, nutzt aktuelle Werkzeuge wie ffmpeg, HandBrake oder DVDStyler. Einen Überblick über Videowerkzeuge für Linux gibt der Ratgeber Videos unter Linux schneiden und umwandeln.
Discs sind kein Archiv
Selbst gebrannte DVDs und CDs galten lange als sichere Ablage. Tatsächlich altern Rohlinge, und Laufwerke verschwinden aus den Geräten. Sichern Sie wichtige Inhalte deshalb als Datei auf mehreren Speichern. Wie das dauerhaft gelingt, beschreibt der Ratgeber Videoarchiv sichern. Liegen die Aufnahmen noch auf Kassette, hilft der Überblick Alte Videos digitalisieren.
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Fragen und Antworten
- Kann ein normaler DVD-Player Video-CDs abspielen?
- Viele DVD-Player können es, aber nicht alle. Ob ein Gerät VCD oder SVCD unterstützt, steht in der Bedienungsanleitung oder auf dem Gerät. Am Computer spielt VLC beide Formate ab, sofern noch ein optisches Laufwerk vorhanden ist.
- Wo liegen die Videodaten auf einer Video-CD?
- Im Ordner MPEGAV, in Dateien mit Namen wie AVSEQ01.DAT. Trotz der Endung handelt es sich um MPEG-1-Video, das sich mit VLC abspielen und mit ffmpeg umwandeln lässt.
- Darf ich DVDs in MP4 umwandeln?
- Eigene Aufnahmen auf selbst gebrannten DVDs dürfen Sie für den privaten Gebrauch umwandeln. Gekaufte Film-DVDs sind meist kopiergeschützt. Diesen Schutz zu umgehen, ist in Deutschland nicht erlaubt, auch nicht für eine Privatkopie.
- Wie lange halten gebrannte CDs und DVDs?
- Das hängt stark von Rohling, Brenner und Lagerung ab. Gebrannte Discs können nach Jahren Lesefehler zeigen, während gepresste Kaufdiscs meist robuster sind. Wichtige Inhalte sollten Sie deshalb zusätzlich als Datei auf anderen Speichern sichern.
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Zuletzt überarbeitet am 27. Oktober 2026 von der Redaktion Munich Vision. Fehler gefunden?Schreiben Sie uns.